„Rechtes Gedankengut hat für mich gar keine Bedeutung mehr“


Bei ihrem Schlusswort im NSU-Prozess bleibt die Hauptangeklagte Beate Zschäpe kühl und geschäftsmäßig. Selbst als sie die Mutter eines Opfers der Terrorzelle direkt anspricht, fehlt es ihren Worten an Eindringlichkeit. Quelle

Im September 2016 beschloss Zschäpe zu sprechen. Ihre ersten Worte, es war der 313. Verhandlungstag. Weitere 123 Sitzungstage lang schwieg sie dann wieder. Auch ihre ausdruckslose Miene, ihr fassadenhaftes Unbeteiligtsein hielt sie durch.Nie wandte sie sich den Opfern oder deren Anwälten zu. An diesem Dienstag nun sagte die Angeklagte im NSU-Prozess ihre letzten Worte. Fünf Minuten lang, wie es ihre Vertrauensanwälte in der Vorwoche mitgeteilt hatten.Sie holt einen Zettel heraus und beginnt mit einer Rechtfertigung ihres viel kritisierten Verhaltens vor Gericht. Sie liest viel zu schnell, geschäftsmäßig kühl und inhaltlich blass. Es ist, das sei an dieser Stelle schon gesagt, wenig Relevantes dabei.Die inzwischen 43-Jährige klagt über Belastungen, denen sie fünfeinhalb Jahre lang ausgesetzt gewesen sei durch die mediale Beobachtung. Sie spricht von Konzentrationsschwäche und ihrer Unfähigkeit, frei zu reden, kritisiert die „völlig falsche“ Interpretation ihres Verhaltens.Der 4. November 2011, als sich ihre Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Eisenach erschossen und damit das Ende des NSU herbeiführten, sei für sie „eine Art Befreiung“ gewesen. Sie wolle sich entschuldigen und Verantwortung übernehmen sowie „aufrichtiges Mitgefühl“ bekunden.

In fünf Minuten kann man vieles sagen. Aber für die Beantwortung jener Fragen, die für die Angehörigen der NSU-Opfer von existenzieller Bedeutung sind, reichen sie nicht. Warum musste mein Mann, mein Sohn, mein Vater sterben? Warum wurde gerade er als Mordopfer ausgesucht? Wer half den Tätern? Was hat es mit dem Mitarbeiter des Verfassungsschutzes am Tatort in Kassel auf sich, wo der junge Halit Yozgat umgebracht wurde?

So was wie „Rechtes Gedankengut hat für mich gar keine Bedeutung mehr“ muss sie vor Gericht auch sagen!

Ein Schauprozess ohne gleichen!

Advertisements

Plädoyers nach 373 Verhandlungstagen


Dem NSU werden zehn Morde zur Last gelegt. Die Hauptangeklagte Zschäpe steht in dem Mammutprozess seit Jahren vor Gericht. Jetzt geht es in die Schlussphase. Am Mittwoch beginnen die Plädoyers. Sie werden aber Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern. Quelle

Die Endphase des NSU-Prozesses ist eingeläutet – nach über vier Jahren Dauer und 373 Verhandlungstagen. Das Münchner Oberlandesgericht hat die Beweisaufnahme offiziell beendet. Am Mittwoch beginnen die Plädoyers. Einige Nebenkläger hatten noch versucht, den Senat dazu zu bringen, die Schlussvorträge auf nächste Woche zu vertagen, um ihren Mandanten die Teilnahme zu ermöglichen. Doch darauf wollte sich der Vorsitzende Richter Manfred Götzl nicht einlassen. Als erstes wird die Bundesanwaltschaft plädieren. Sie hat bereits angekündigt, dass sie dafür rund 22 Stunden benötigen wird – also mindestens drei Verhandlungstage. Danach sind die Anwälte der Nebenkläger dran – auch deren Vorträge werden Tage, wenn nicht gar Wochen in Anspruch nehmen, schließlich vertreten sie insgesamt über 80 Opfer der Terrorgruppe NSU beziehungsweise Angehörige der Opfer. Als letztes werden die Verteidiger der fünf Angeklagten plädieren, doch Richter Götzl hat bereits durchblicken lassen, dass damit erst nach der Sommerpause zu rechnen ist – also Ende August beziehungsweise Anfang September. Danach wird das Oberlandesgericht sein Urteil verkünden. Die Hauptangeklagten Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben müssen dem Prozessverlauf nach mit langjährigen Haftstrafen rechnen. Weitgehend unklar ist, welches Strafmaß die drei anderen Angeklagten Carsten S., Holger G. und André E. zu erwarten haben.

Das ist und bleibt ein Schauprozess, und Zschäpe ist das Opferlamm!! Eine mögliche Verurteilung ist nur um die Familien der Opfer zu besänftigen!  Wir verlangen die Feinlassung von Zschäppe !!